Gedenkveranstaltungen 2025 - 80 Jahre Befreiung

15. April Lichter auf den Schienen

Vor 80 Jahren, am 15. April 1945 sind britische Truppen auf ihrem Vormarsch auf das KZ Bergen-Belsen gestoßen. Sie ahnten nicht, was sie erwarten würde! Mit Lichter auf den Schienen wollen wir an die Menschen erinnern, die ab 1940 bis zur Befreiung in Bergen-Belsen gefangen waren. Die Spuren dieser Zeit haben sie und ihre Familien ihr Leben lang geprägt und begleitet. Das Gedenken stand unter dem Motto

„Erzählt unsere Geschichte weiter!“

In diesem Sinne lasen Mitglieder der Gruppe Südheide Bun(d)t Berichte von Überlebenden über ihre Ankunft in Viehwaggons auf der Rampe.

 

Frauen und Kinder, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, haben Lieder aus ihrer Heimat gesungen.

 

26. April Gedenkveranstaltung mit Leonard Lewin

 

 

Elke von Meding begrüßt den Gast Leonard Lewin aus den Niederlanden.
Elke von Meding begrüßt den Gast Leonard Lewin aus den Niederlanden.

 

Diana Gring gab eine Einführung zum Thema „Kinder im KZ Bergen-Belsen“.
Diana Gring gab eine Einführung zum Thema „Kinder im KZ Bergen-Belsen“.

Was tun Kinder in einem Konzentrationslager? Haben sie gespielt? Womit? Konnte das Spiel eine Hilfe sein im Umgang mit Gewalt und Tod? Zu diesen Fragen lesen Mitglieder von Südheide Bun(d)t Berichte von Überlebenden, die damals Kinder waren.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand unser Gast Leonard Lewin, der als Sechsjähriger von der britischen Armee befreit wurde. Sein Vater war kurz vor der Befreiung gestorben, seine Mutter kurz danach. So kam er ganz allein ohne Eltern in die Niederlande zurück. Er wuchs bei Pflegeeltern auf.

Leonard Lewin
Leonard Lewin

Leonard Lewin mahnte in seiner Rede (sinngemäß ins Deutsche übersetzt):

„Mein Wunsch ist es, dass Menschen, unabhängig von allen Unterschieden, gleichberechtigt zusammenleben. Meiner Meinung nach ist die Grundlage allen Elends das Denken in “wir” und “sie”. Politische Differenzen wird es immer geben, aber in einer demokratischen Gesellschaft gibt es Möglichkeiten, unsere Differenzen friedlich zu  lösen.

Bitte lasst unsere Gleichheit als Menschen immer an erster Stelle stehen.

Wenn ich eine Lehre aus dem ziehen darf, was hier und anderswo in den Jahren geschehen ist, an die wir uns in diesen Tagen erinnern, dann ist es Folgendes: Den Gegensatz zwischen "uns" und "ihnen" zu kultivieren, jegliches Denken in Zuordnungen, kann zu den schrecklichsten Dingen führen und selten zu etwas Gutem.“

Es waren viele Überlebende mit mehreren Generationen gekommen, passend zum Appell: "Erzählt unsere Geschichte weiter!" 

Albrecht Weinberg
Albrecht Weinberg

Unter den etwa 200 Teilnehmenden war auch Albrecht Weinberg, der mit seinen 100 Jahren nicht müde wird, sich gegen das Vergessen öffentlich einzusetzen.

Mizwa
Musikalisch wurde die Gedenkfeier von der Gruppe "MIZWA" der jüdischen liberalen Gemeinde Hannover unter Leitung von Alexander Kostowetzky begleitet.

Ein Video der Veranstaltung ist unter dieser Adresse zu finden.

 

27. April Gedenkveranstaltung der Landes Niedersachsen

 

Mitglieder der AG Bergen-Belsen verteilen am Eingang Blumen und Steine an die Gäste zum persönlichen Gedenken.

 

28. April Gedenkveranstaltung in Tröbitz

Kurz vor der Befreiung wurden noch drei Züge mit der kostbaren „Austauschware“ wieder von der Rampe mit unbekanntem Ziel weggeschickt. Der sog. „Verlorene Zug“ irrte 14 Tage durch alle Fronten, bis der Zug schließlich in der Nähe des kleinen Ortes Tröbitz zum Stehen kam.

Einladung zur Gedenkveranstaltung
Einladung zur Gedenkveranstaltung
Alfred Garwood erzählt auf der Hinfahrt im Bus
Alfred Garwood erzählt auf der Hinfahrt im Bus
Eine Ausstellung zum „Verlorenen Transport“ auf dem Weg zum jüdischen Ehrenfriedhof
Eine Ausstellung zum „Verlorenen Transport“ auf dem Weg zum jüdischen Ehrenfriedhof
Der jüdische Ehrenfriedhof
Der jüdische Ehrenfriedhof

Angela Tiede, die mit anderen Mitgliedern der AG Bergen-Belsen die Reise begleitet hat, hat darüber einen sehr berührenden und informativen Reisebericht geschrieben.

Siehe unter dieser Adresse.

 

Quelle Fotos:

AG Bergen-Belsen e.V.

Martin Bein, Stiftung Nds Gedenkstätten

 

Gedenken 2024

"Lichter auf den Schienen"

Am 4. Mai 2024 fand die offizielle Gedenkfeier der AG Bergen-Belsen am Waggon statt. Carry Polak war unser Gast und berichtete aus ihrer Zeit als Kind im KZ Bergen-Belsen. 1942 in den Niederlanden geboren, wohnen sie und ihr Mann jetzt in Israel, um ihren Kindern und Enkelkindern nah zu sein.

Diana Gring gab eine Einführung mit dem Thema "Kinder im KZ Bergen-Belsen". Durch die besondere Stellung des KZs Bergen-Belsen als "Austauschlager" für eine bestimmte Gruppe von jüdischen Menschen, waren auch ca. 3.000 Kinder in jedem Alter im Lager. Unter ihnen Carry Polak.

Carry Polak-de Beer und ihr Mann Louis Polak. In der Mitte Elke von Meding.

Carry Polak-de Beer und ihr Mann Louis Polak. In der Mitte Elke von Meding.

Video von der Gedenkveranstaltung der AG Bergen-Belsen am Waggon, Rampe Bergen, im Mai 2024

 

2024

Hier Bilder von der Studienfahrt 2024 nach Lodz (Litzmannstadt) Polen. 23. - 28.09.2024

Lodz wurde 1940 von den Nazis in Litzmannstadt umbenannt. Der Stadtrundgang hatte das Thema „Das jüdische Lodz“. In der Stadt lebten 20.000 Juden. Das Ghetto, das die deutschen Besatzer einrichteten, nahm ein Drittel der Stadt ein. Im Norden lag der große jüdische Friedhof.

 

Das ehemaliges „Ghetto Litzmannstadt“ lag mitten in der Stadt und nahm etwa ein Drittel der Stadt ein. Entsprechend groß ist der jüdische Friedhof im Norden der Stadt (4).

Das ehemaliges „Ghetto Litzmannstadt“ lag mitten in der Stadt und nahm etwa ein Drittel der Stadt ein.

 

Eingangstor zum großen jüdischen Friedhof (5)

 



Vom Bahnhof „Radegast (5) wurden die Menschen in den Tod in die vielen Vernichtungsorte geschickt. Es ist heute ein Gedenkort.

„Der steile Aufstieg der Textil-Manufakturen im 19. JH.“ Besuch des ehemaligen Fabrikkomplexes von Izrael Poznański, heute „Manufaktura“– Handels-, Unterhaltungs- und Kulturzentrum in der ehemaligen Textilfabrik.

Gespräch mit einer Zeitzeugin aus Lodz.
Angela Tiede und Hartmut Ziesing bedanken sich bei Irena Szczurek
Besuch der Vernichtungsstätte Chelmno (Kulmhof).
Gedenken in Kulmhof
Dank an den jungen Guide für seine eindrucksvolle Führung auf der Gedenkstätte Kulmhof (Chelmno).
Lodz hat eine berühmte Filmhochschule! Hier haben schon viele berühmte Filmemacher gelernt und gedreht, z. B. Roman Polanski!

Kurzer Filmbeitrag über einen jungen Mann, der sich zum Kameramann ausbilden lässt:

arte.tv/de/videos/088539-000-A/lodz-das-filmmekka-polens/

Lodz - eine moderne aufstrebende Stadt.
Das Lichterfest "Light Move Festival" findet einmal im Jahr Ende September mit Lichtshows und Livemusik statt.
 Abschlussessen in stilvollem Ambiente